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Malerei als Präsenz: Barbara Haegi stellt in Stallikon aus


Kultur Stallikon organisiert mit Werken der Künstlerin Barbara Haegi die zweite Ausstellung des Jahres. Ihre Malerei kreist um Lebendigkeit, Bewegung und emotionale Ehrlichkeit. Im Umfeld des Internationalen Frauentags zeigt die Ausstellung eine Position, die den Blick nicht nur auf Farbe und Form lenkt, sondern auch auf die Frage, wie Kunst die ganze Intensität menschlicher Erfahrung sichtbar machen kann.

Barbara Haegis künstlerische Praxis ist geprägt vom Gedanken der Lebendigkeit – verstanden in einem umfassenden Sinn. Ihre Bilder zielen nicht auf dekorative Harmonie allein, sondern nehmen Gegensätze bewusst auf: Stärke und Verletzlichkeit, Stille und Intensität, Struktur und Spontaneität. Dieser Zugang entspricht auch ihrem eigenen Verständnis von Präsenz mitten im Leben.


Ihr Weg zur Malerei ist eng mit ihrer früheren Tätigkeit als zeitgenössische Tänzerin verbunden. Ausgebildet in Zürich und Amsterdam sowie geprägt durch professionelle Engagements auf deutschen Bühnen, entwickelte Haegi ein Verständnis von Ausdruck, das in körperlicher Präsenz wurzelt. Auch wenn sie heute nicht mehr auf der Bühne steht, bleibt Bewegung ein zentrales Element ihrer Arbeit. Rhythmus, Gestik und körperliches Empfinden setzen sich in ihren Bildern fort, in denen Pinselstriche und Farbschichten die Energie von Bewegung aufnehmen.


Für Haegi ist Malerei zugleich eine Form der Erdung und der Verbindung mit sich selbst. Zwar war sie bereits seit ihrer Kindheit gestalterisch tätig und setzte sich seit ihren Zwanzigern intensiv mit Kunst auseinander, doch markierte das Jahr 2022 einen wichtigen Wendepunkt: den Entschluss, mit ihrer Malerei verstärkt an die Öffentlichkeit zu treten. Dieser Schritt war weniger von strategischer Selbstdarstellung geprägt als von Offenheit und Mut.


Ein wesentliches Merkmal ihrer Arbeit ist das Streben nach Freiheit. Haegi distanziert sich bewusst von der Vorstellung, Bilder zu schaffen, die lediglich gefällig oder konventionell schön sind. Stattdessen vertraut sie auf Intuition, lässt Fehler als Teil des Prozesses zu und entscheidet nicht allein rational, wann ein Werk vollendet ist, sondern anhand eines körperlich empfundenen inneren Wissens. So bleibt das Bild ein lebendiger Vorgang und wird nicht zum blossen Produkt.


Die Ausstellung trägt zugleich eine Botschaft, die sich mit dem Internationalen Frauentag verbindet. Haegis Werke können auch als Ermutigung gelesen werden – insbesondere für Frauen –, sich in ihrer ganzen Kraft und Widersprüchlichkeit zu zeigen. Nicht Perfektion steht im Vordergrund, sondern Authentizität und jene Stärke, die aus Offenheit, Vielschichtigkeit und Sichtbarkeit erwächst.


Mit Blick in die Zukunft möchte Barbara Haegi ihre künstlerische Praxis über die Leinwand hinaus erweitern – hin zu kollaborativen und interdisziplinären Formen. Sie denkt an Räume, in denen Zeit, Experiment und gemeinschaftliche kreative Prozesse freier entstehen können. Die Ausstellung in Stallikon vermittelt einen aktuellen Einblick in diesen erweiterten künstlerischen Horizont.



Deviprasad Rao, Kurator und Leiter Kultur StallikonVernissage: Freitag, 6. März 2026, ab 19.30 UhrAusstellung bis: 18. April 2026Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 15.00–19.00 Uhr; Samstag, 10.00–12.00 Uhr

 

 

 
 
 

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