29 Jahre Loomattfest – Begegnungen mit offenen Türen

Als am Samstagnachmittag die ersten Besucherinnen und Besucher das Wohnheim Loomatt betraten, wurden sie von den wichtigsten Menschen dieses Tages empfangen: den Bewohnerinnen und Bewohnern selbst. Freundliche Gespräche, bekannte Gesichter und herzliche Begegnungen prägten die Atmosphäre. Rundherum sorgten Flohmarktstände, Grillduft und die Musik der RgZ-Band «Dr. Dschuud» für Feststimmung. Das 29. Loomattfest hatte begonnen.
Seit 1997 öffnet das Wohnheim Loomatt einmal jährlich seine Türen für die Bevölkerung. Der Anlass entstand im selben Jahr wie das Wohnheim selbst und hat sich seither zu einer festen Grösse im Stalliker Dorfleben entwickelt. Für viele Besucherinnen und Besucher gehört das Loomattfest inzwischen zum Jahresprogramm.

Das von der Stiftung RgZ geführte Wohnheim bietet 31 Menschen mit körperlichen oder kognitiven Beeinträchtigungen ein Zuhause. Rund 60 Mitarbeitende begleiten und unterstützen die Bewohnerinnen und Bewohner während des ganzen Jahres. Für Bettina Kemper, Leiterin des Standorts Stallikon, steht dabei ein Grundsatz im Mittelpunkt: «Unsere Bewohnerinnen und Bewohner leben nicht dort, wo wir arbeiten – wir arbeiten dort, wo sie leben.»
Diese Haltung war während des gesamten Festes spürbar. Besucher konnten die Wohngruppen besichtigen, mit Bewohnern ins Gespräch kommen und einen Einblick in das Leben im Wohnheim gewinnen. Kulinarisch gab es Grilladen, Pizza, Salate, Kaffee und Glace. Erstmals beteiligte sich auch das griechische Restaurant Kiros am Fest.
Für Unterhaltung sorgten neben «Dr. Dschuud» auch Werner Oberhauser aus dem Bregenzerwald, die Zaubershow von Shorty sowie die Band Funtonic. Der Familienclub Stallikon organisierte das Kinderschminken und einen Kinderflohmarkt. Die Tombola mit rund 450 Preisen wurde dank zahlreicher Spenden von Unternehmen und Unterstützern möglich gemacht.
Auf die Frage nach Neuerungen verweist Bettina Kemper auf die Bedeutung von Beständigkeit. Viele Bewohner leben seit Jahren in der Loomatt, einige sogar seit der Eröffnung vor 29 Jahren. «Nicht alles muss immer neu sein», sagt Kemper. «Traditionen geben Halt und schaffen Zugehörigkeit.»
Im Alltag begegnen die Bewohner ihren Nachbarn beim Einkaufen, im Postauto oder an Veranstaltungen. Über die Jahre entstehen daraus persönliche Beziehungen und Vertrautheit. Genau diese Offenheit und Verbundenheit wurde auch am Loomattfest sichtbar.
Bewohner, Angehörige, Mitarbeitende, Freiwillige und Gäste kamen einmal mehr zusammen, um einen unbeschwerten Nachmittag miteinander zu verbringen. Oder wie Bettina Kemper es ausdrückt: «Wir sind in Stallikon verwurzelt und feiern gerne mit dem Dorf.»
Text & Foto: Deviprasad Rao, Leiter - Kultur Stallikon





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