SprachCafé bringt Stallikon ins Gespräch

22 Menschen aus zehn Ländern nahmen am vergangenen Wochenende am Auftakt des SprachCafés Stallikon in der Schul- und Gemeindebibliothek teil. Lanciert wurde das neue Sprach- und Integrationsprojekt vom Gemeindeverein Stallikon in Zusammenarbeit mit Kultur Stallikon – vor dem Hintergrund der Eröffnung der Kunstausstellung «Dazwischen» von Laura Herter. Die Verbindung von Kunst, verschiedenen Sprachen und Menschen unterschiedlicher Herkunft bot einen passenden Rahmen für eine Initiative, bei der Begegnung und Gespräch im Mittelpunkt stehen.
Für Devi Rao, Präsident des Gemeindevereins Stallikon und Kulturbeauftragter der Gemeinde, beginnt Integration bei den Menschen, die in einer Gemeinschaft leben. «Integration ist die Verantwortung von uns allen, die hier leben – und nicht einfach Aufgabe des Staates oder der Gemeindeverwaltung. Ein Dorf ist nicht nur ein Ort auf der Landkarte, sondern ein lebendiges Gespräch zwischen seinen Menschen.»
Das SprachCafé ist kein klassischer Sprachkurs. Es gibt weder Unterricht noch Grammatiklektionen. Stattdessen treffen sich Einwohnerinnen und Einwohner, die eine Sprache üben möchten, in kleinen Gruppen und lernen durch Gespräche über den Alltag. Neben der Sprachpraxis soll das Angebot auch den persönlichen Austausch, die Vernetzung und Begegnungen zwischen Nachbarinnen und Nachbarn fördern, die sich sonst vielleicht kaum kennenlernen würden.

Derzeit konzentriert sich das SprachCafé auf Deutschkonversation. Sowohl Deutschlernende als auch deutschsprachige Freiwillige können daran teilnehmen. Schrittweise soll das Konzept später auch auf Französisch, Italienisch und Englisch ausgeweitet werden – abhängig vom Interesse sowie von der Verfügbarkeit von Teilnehmenden und Freiwilligen.
Organisatorisch ist das SprachCafé in zwei lokale Bereiche aufgeteilt: Sellenbüren und Stallikon Dorf. Über eigene WhatsApp-Gruppen vernetzen sich die Teilnehmenden und organisieren wöchentliche Gesprächstreffen, in der Regel in Gruppen von drei bis fünf Personen. Wann und wo sie sich treffen, entscheiden die Gruppen weitgehend selbst. Freiwillige Gruppenleitende unterstützen bei der Koordination, während der Gemeindeverein Stallikon das Projekt begleitet.
Devi Rao, der das Konzept für das SprachCafé entwickelt und dessen Umsetzung federführend begleitet hat, sieht gerade in dieser dezentralen Struktur eine Stärke des Projekts. «Damit ist das SprachCafé ein besonders kostengünstiges Gemeinschaftsprojekt. Wir brauchen kaum zusätzliche Infrastruktur, weil wir auf etwas zurückgreifen, das in Stallikon bereits vorhanden ist – die Zeit und das Wissen der Menschen und vor allem ihre Bereitschaft, miteinander ins Gespräch zu kommen.»
Etwa alle drei Monate ist ein gemeinsames Treffen aller SprachCafé-Gruppen vorgesehen. Dabei können sich die Teilnehmenden auch ausserhalb ihrer regelmässigen Gesprächsrunden kennenlernen und den kulturellen und persönlichen Austausch vertiefen.

Die Teilnahme ist kostenlos und freiwillig. Das Angebot richtet sich ausschliesslich an Einwohnerinnen und Einwohner von Stallikon, die eine der angebotenen Sprachen üben möchten. Interessierte können jederzeit über ein einfaches Online-Anmeldeformular dazustossen.
Statt die Menschen in ein Klassenzimmer zu holen, bringt das SprachCafé die Sprache in den Dorfalltag – und macht das Gespräch zu einer praktischen Form der Integration, die Nachbarinnen und Nachbarn ein Stück näher zusammenbringt.-
Text & Foto -Deviprasad Rao - Gemeindeverein Stallikon





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