Ausstellung: «Spuren von Innen» im Kulturforum Stallikon

Nicht jedes Bild erzählt eine Landschaft. Manche erzählen einen inneren Weg. Genau dazu lud die Ausstellung «Spuren von Innen» ein, die Kultur Stallikon gemeinsam mit der Stiftung Puureheimet Brotchorb präsentiert. Die Gruppenausstellung mit Werken von Andreas Vita, Ivana Neri, Jeannine Kellerhals, Marco Zellweger, Maximilian Spacek und Raul Schöb eröffnete einen berührenden Einblick in persönliche Welten, Gedanken und Gefühle.
Bilder: Deviprasad Rao
Aus dem foto Von Links: Maximilian Spacek, Marco Zellweger, Jeannine Kellerhals, Andreas Vita, Ivana Neri und Moritz Arbenz (Institutionsleitung).
Die Arbeiten entstanden im Kreativatelier der Stiftung Puureheimet Brotchorb, einem biologisch-dynamischen Landwirtschaftsbetrieb mit sozialtherapeutischem Angebot für Menschen mit psychischen Erkrankungen und/oder Suchterkrankungen. Während der Wintermonate begleitet Kunsttherapeutin Heidi Baumann das Atelier. Im Mittelpunkt steht nicht Perfektion, sondern die Freude am Gestalten, das Vertrauen in den schöpferischen Prozess und die Möglichkeit, sich selbst neu zu entdecken.
Schon an der Vernissage wurde klar: Die Werke sind mehr als Bilder an einer Wand. Sie erzählen von Mut, Verletzlichkeit, Fantasie und persönlicher Entwicklung. Mit Farben, Formen und unterschiedlichsten Materialien wurde frei experimentiert – Zufall, Unsicherheit und Scheitern galten als wertvolle Bestandteile des kreativen Prozesses. Diese Offenheit verlieh der Ausstellung eine besondere Authentizität.
«Im Atelier stehen nicht Perfektion oder Technik im Vordergrund, sondern die Freude am Gestalten, das Entdecken der eigenen Kreativität und das Vertrauen in den schöpferischen Prozess», erklärte Moritz Arbez, Institutionsleitung. Die Ausstellung zeige die Vielfalt individueller Ausdrucksformen.
Auch die Künstlerinnen und Künstler beschrieben ihre Arbeit als Reise nach innen. Raul Schöb beginnt seine Zeichnungen ohne festen Plan und lässt sich vom Moment leiten. Marco Zellweger setzt sich mit Natur, Universum und dem Ursprung des Lebens auseinander und verbindet wissenschaftliche Neugier mit einer persönlichen Sicht auf die Verbundenheit allen Lebens. Maximilian Spacek beschäftigt sich mit Geometrie, Symmetrie und Räumlichkeit – manche Werke entstehen aus klarer Vorstellung, andere entwickeln sich erst während des Malprozesses. Ivana beschreibt das Malen als emotionale Reise durch Freude, Hoffnung, Frieden, aber auch Wut und Erschöpfung. Oft verstehe sie erst Tage später, was das fertige Bild ihr erzählen wollte: «Es ist magisch», sagt sie.
Die Ausstellung zeigt eindrücklich, dass Kunst weit mehr sein kann als ein ästhetisches Objekt – sie schafft Räume für Begegnung, Selbstreflexion und Heilung und verbindet Menschen über ihre Geschichten hinweg. «Spuren von Innen» hinterlässt so nicht nur Spuren auf Leinwand und Papier, sondern auch bei den Menschen, die sich auf diese stillen, ehrlichen Bildwelten einliessen.
Die Ausstellung dauert bis zum 29. August 2026 in der Schul- und Gemeindebibliothek Stallikon. Öffnungszeiten: Mo.–Fr. 15.00–19.00 Uhr, Sa. 10.00–12.00 Uhr. Während der Schulferien nach Vereinbarung. Anmeldungen unter info@kulturstallikon.ch.
Text: Deviprasad Rao, Kurator & Leiter Kultur Stallikon





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